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Entscheidungsphasen: Wenn Pro-und-Contra nicht mehr reicht

  • Autorenbild: Eva Burmeister Coaching & Beratung
    Eva Burmeister Coaching & Beratung
  • 10. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 17. März

Viele Frauen kommen ins Einzelcoaching mit einer beruflichen Entscheidungsfrage – die fast immer auch ihr privates Leben berührt:


  • Bleibe ich in dieser Rolle – oder gehe ich den nächsten Entwicklungsschritt?

  • Übernehme ich Führungsverantwortung – oder passt eher die Spezialisten-Funktion zu mir?

  • Baue ich meine Expertise beim aktuellen Arbeitgeber weiter aus – oder richte ich mich ganz neu aus?

  • Teilzeittätigkeit oder Vollzeit – was bedeutet das für meinen Weg, meine Familie, meine Kinder?


Argumente sind geprüft. Risiken bedacht. Möglichkeiten durchdacht.

Und dennoch bleibt Unsicherheit.


Nicht, weil dir Klarheit fehlt.

Sondern weil manche Entscheidungen mehr verlangen als Logik – sie berühren mehrere Werte gleichzeitig.


Wenn mehrere Werte gleichzeitig wichtig sind

Manche beruflichen Entscheidungen lassen sich nicht einfach „ausrechnen“.


Nicht, weil Informationen fehlen.

Sondern weil mehrere Werte gleichzeitig berührt sind.


Sicherheit – und Entwicklung.

Verantwortung – und Freiheit.

Loyalität – und Selbstbestimmung.

Stabilität – und Gestaltungsspielraum.


Solche Spannungen lösen sich nicht durch ein weiteres Pro-und-Contra-Dokument.

Sie verlangen eine innere Gewichtung.


Oft schwingt im Hintergrund mit, was im Leben sonst noch in Bewegung ist.

Doch im Kern geht es hier um etwas Grundsätzlicheres:


Welche Version von dir soll künftig mehr Raum bekommen?


Ambivalenz ist kein Zeichen von Schwäche

Dir sind mehrere Aspekte wichtig.

Und genau das macht die Entscheidung anspruchsvoll.


Wer Verantwortung trägt, denkt weiter.

Wer führen möchte, prüft die Auswirkungen.

Wer gestaltet, reflektiert die Konsequenzen.


Systemisch betrachtet ist diese Ambivalenz kein Hindernis –

sondern ein Hinweis darauf, dass verschiedene innere Stimmen gehört werden wollen.


Erst wenn sie sichtbar und eingeordnet sind, wird eine Entscheidung tragfähig.


Klarheit entsteht durch bewusste Gewichtung

Im Coaching geht es deshalb weniger um „Was ist richtig?“ – und mehr um:

  • Was wiegt für dich in dieser Phase schwerer?

  • Was entspricht deiner aktuellen Haltung?

  • Welche Konsequenz bist du gerade bereit zu tragen?


Sobald diese Gewichtung klarer wird, verändert sich der Blick.


Die Entscheidung wird nicht zwangsläufig einfacher.

Aber sie fühlt sich getragen an.


Für den Moment stimmig – passend zu dir, deinen Werten und deiner aktuellen Lebensrealität.


Eine kleine Übung zur Entscheidungsklärung

(für zwischendurch – ohne Druck)

Wenn dich eine Entscheidung länger beschäftigt und du innerlich im Kreis denkst, nimm dir einige Minuten Zeit und schreibe – ungefiltert – auf:


  • Worum geht es bei dieser Entscheidung wirklich?

Nicht: Was spricht dafür oder dagegen?

Sondern: Was steht für mich persönlich auf dem Spiel?


  • Welche Werte sind hier berührt?

Zum Beispiel Sicherheit, Entwicklung, Einfluss, Unabhängigkeit, Zugehörigkeit.


  • Wenn beide Optionen „gut genug“ wären – welche fühlt sich derzeit stimmiger an?

Nicht nur der Kopf spielt eine Rolle – auch dein Bauchgefühl.


  • Welcher kleine Zwischenschritt wäre möglich, ohne schon alles endgültig festlegen zu müssen?

Du musst keine perfekte Antwort finden.

Manchmal reicht es, die Entscheidung nicht länger nur rational zu verhandeln, sondern ihr inneres Gewicht zu spüren.


Entscheidungen gestalten – statt sie nur auszuhalten

Eine gute Entscheidung fühlt sich selten spektakulär an.

Aber sie fühlt sich ruhig an.


Nicht, weil alle Zweifel verschwunden sind.

Sondern weil du weißt, warum du dich so entschieden hast.


Und genau das schafft Handlungsfähigkeit

 
 
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